Forschungsstruktur nach Gegenstand geordnet
Öffentlichkeit
Aus den individuellen Forschungsinteressen ergeben sich unterschiedliche Fragen zu Phänomenen der Öffentlichkeit. Sie beziehen sich auf Teilsystemöffentlichkeiten, besonders in Politik und Wissenschaft, auf europäische Öffentlichkeit und alternative Öffentlichkeit, auf die Beziehungen zwischen massenmedialer Öffentlichkeit und interpersonaler Kommunikation, die Öffentlichkeit im Internet, auf das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit sowie die professionelle Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit (Public Relations). Einigkeit herrscht darüber, dass durch die Bezugnahme auf Öffentlichkeit auch unnötige Grenzziehungen innerhalb des Faches überwunden werden können.
Rezipientenforschung
Die Rezipientenforschung von Vertretern des Münsteraner Instituts nimmt Interaktionen zwischen Rezipienten und Kommunikatoren in den Blick und beobachtet die sich daraus ergebenden Strukturen, etwa die Bildung von Gattungen oder das Entstehen von Vertrauen in der öffentlichen Kommunikation. Der Öffentlichkeitsbegriff kann also auch dazu genutzt werden, um Funktionen und Folgen öffentlicher Kommunikation für die Leistungsfähigkeit gesellschaftlicher Funktionsbereiche zu bestimmen. dadurch wird die traditionell mikroanalytisch orientierte Medienwirkungsforschung durch „Medienfolgenforschung“ auf der Ebene sozialer Systeme (Interaktion, Organisation, Gesellschaft) ergänzt.
Der Medienwandel
Der Medienwandel fordert nicht nur in dieser, sondern auch in anderen Hinsichten eine Neujustierung von Begriffen, Modellen, Theorien und Methoden des Faches. Grundlagenforschung über die Auswirkungen neuer Medien, wie sie der Wissenschaftsrat empfiehlt, wird am Institut vor allem im Bereich des Internets betrieben.
Kommunikatorforschung
Einen weiteren Schwerpunkt der Forschung am Münsteraner Institut bildet die Kommunikatorforschung. Dabei kann auf mehrere große empirische Projekte verwiesen werden, etwa auf die repräsentativen Journalistenbefragungen „Journalismus in Deutschland“ I (1993, Münster) und II (2005, Hamburg/Münster) unter der Leitung von Weischenberg, die unter Beteiligung Münsteraner Forscher durchgeführt wurden (1993: Weischenberg, Löffelholz, Scholl; 2005: Malik, Scholl). Gegenwärtig laufen am Institut zwei von der DFG geförderte Projekte zu den Themen „Journalismus im Wandel“ (Blöbaum) und „Vermittlungsakteure, -strukturen und -leistungen der aktuellen Internetöffentlichkeit“ (Neuberger). Das Berufsfeld „Public Relations“ wird intensiv an der Stiftungsprofessur Public Relations untersucht. Im September 2007 wurde von der DFG ein Projekt zu „PR-Beratung in der politischen Kommunikation“ bewilligt. Im noch wenig entwickelten Feld der Werbeforschung ist am Münsteraner Institut in den letzten Jahren Grundlagenarbeit geleistet worden.
Absolventenbefragungen
Das Studium am Institut bereitet nicht nur auf eine Tätigkeit als Berufskommunikator vor, sondern die entsprechenden Berufsfelder sind auch Gegenstand der Forschung. Über das Verhältnis zwischen Hochschulstudium und Kommunikationsberufen haben Vertreter des Instituts zahlreiche empirische Studien vorgelegt, darunter mehrere Absolventenbefragungen. Seit Jahren analysiert das Institut Berufsfelder der eigenen Absolventen, evaluiert deren beruflichen Erfolg und gibt dadurch dem gesamten Fach Impulse für eine Verbesserung des Studiums.
Publikationen
Birkner, Thomas (2012):
Das Selbstgespräch der Zeit
Meyen, Michael / Scheu, Andreas (2011):
The role of external broadcasting in a closed political system
Kuhlmann, Christoph / Gehrau, Volker (2011):
Auf der Flucht vor dem Tod?
Birkner, Thomas (2011):
Genese, Formierung, Ausdifferenzierung und Durchbruch des Journalismus in Deutschland

